Im Bereich des elektronischen Zahlungsverkehrs stand eine technologische Umstellung mit weitreichenden Folgen bevor: Der bisherige MBS-Standard (Multi Bank Standard), der insbesondere im Firmenkundensektor zum Einsatz kam, wird mit Jahresende 2025 endgültig eingestellt.
An seine Stelle tritt der europaweit einheitliche Standard EBICS (Electronic Banking Internet Communication Standard) – ein sicheres, harmonisiertes Übertragungsprotokoll für Bankdaten, das bereits in mehreren EU-Staaten erfolgreich etabliert wurde.
Wir sind gerüstet
Als Ihre Steuerberatungskanzlei haben wir bereits im Hintergrund an der technischen Anpassung unserer Systeme an den neuen Standard gearbeitet und diese vollständig umgesetzt. Da die Unterstützung für MBS mit Ende 2025 ausläuft, war es wichtig, die notwendigen Schritte zeitgerecht einzuleiten, um eine reibungslose Umstellung sicherzustellen.
MBS – ein veralteter Standard mit Ablaufdatum
Der MBS-Standard war in Österreich über viele Jahre hinweg die gängige Lösung zur Datenübertragung im Business-Banking. Zu den bekannten Systemen, die darauf basieren, zählen u. a. Telebanking MBS (Erste Bank und Sparkassen) und ELBA MBS (Raiffeisen-Gruppe).
Die letzte größere Aktualisierung erfolgte im Jahr 2017 – seither wurde der Standard nicht mehr weiterentwickelt. Ein Weiterbetrieb ist sicherheitskritisch: Nicht regelmäßig gewartete Systeme bergen erhöhte Risiken für Datenintegrität und Cyber-Security.
EBICS: Der neue Standard für den modernen Zahlungsverkehr
Mit EBICS steht ein leistungsfähiger, europäisch abgestimmter Standard zur Verfügung, der die Kommunikation zwischen Unternehmen und Banken effizient, sicher und zukunftssicher gestaltet. Über EBICS können – ebenso wie bisher bei MBS – Kontoauszüge, Zahlungsaufträge und andere Bankdaten automatisiert übertragen werden. Der Standard unterstützt dabei moderne Datenformate wie CAMT.053, die z. B. für Echtzeitüberweisungen erforderlich sind. Neue Funktionen und Sicherheitsmechanismen werden laufend weiterentwickelt.
Automatisierter Bankdatenimport: Effizienz für die Buchhaltung
Ein wesentliches Argument für den raschen Umstieg auf EBICS ist die Möglichkeit, Banktransaktionen auch weiterhin tagesaktuell und teilautomatisiert in die Buchhaltung zu übernehmen. Der Import von Kontoauszugsdaten (z. B. im Format CAMT.053) ermöglicht die Minimierung von Fehlerquellen bei gleichzeitiger Steigerung der Verarbeitungsqualität und Effizienz. Die Voraussetzung dafür ist eine funktionierende Schnittstelle zwischen Ihrer Buchhaltungssoftware und dem Bankserver, sowie ein entsprechender Lesezugriff auf das Bankkonto, der bei der jeweiligen Bank einzurichten ist.
Empfehlung für Unternehmer:innen
Neue Unternehmen oder jene, die gerade in den Zahlungsverkehr einsteigen, starten bereits direkt mit EBICS. Betriebe, die aktuell noch mit MBS arbeiten, sollten die Umstellung spätestens im 4. Quartal 2025 einplanen und bei deren Bankbetreuer anfordern, um Datenbrüche und technische Komplikationen zu vermeiden. Neue Schnittstellen und Bankanbindungen werden ausschließlich auf Basis von EBICS umgesetzt.
Fazit: Jetzt handeln, Umstellung durchführen
Die Einstellung des MBS-Standards ist fixiert – ein Weiterbetrieb ab 2026 ist nicht möglich. Die Einführung von EBICS bringt nicht nur höhere Sicherheitsstandards, sondern auch mehr Möglichkeiten für einen automatisierten Zahlungsverkehr und eine integrierte Buchhaltung.
Wir unterstützen Sie gerne bei der Umstellung und Abstimmung mit Ihrer Bank sowie bei der Implementierung der Buchhaltungsanbindung. Kontaktieren Sie uns bei Fragen zur technischen oder organisatorischen Umsetzung.




